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#1

"Franz Meersdonk" - Manfred Krug

in Schauspieler aus den Folgen 1 - 73 23.01.2008 14:21
von _Ulli_ | 7.859 Beiträge

Manfred Krug (* 8. Februar 1937 in Duisburg; † 21. Oktober 2016 in Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Sänger und Schriftsteller.

Leben DDR

Nach der Scheidung seiner Eltern zog Manfred Krug mit seinem Vater, dem Eisenhütten-Ingenieur Rudolf Krug, 1949 aus dem westdeutschen Duisburg in die DDR. Nach dem Abschluss der Lehre und vorübergehender Arbeit in einem Stahlwerk in Brandenburg (Havel) (während dieser Zeit erwarb er sein Abitur an der Abendschule), begann er ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, das er jedoch abbrechen musste, und trat am Berliner Ensemble auf.

In einer Wohngemeinschaft in der Berliner Cantianstraße lebte Krug zusammen mit dem Schriftsteller Jurek Becker, der zu einem seiner engsten Freunde wurde und später zu den ersten Staffeln der Fernsehserie Liebling Kreuzberg das Drehbuch schrieb.

Ab 1957 trat Krug im Kino und Fernsehen der DDR auf. 1960 übernahm er eine Rolle im erfolgreichen Film Fünf Patronenhülsen von Frank Beyer. In weiteren Filmen trat er in der Rolle des sozialistischen Helden auf. Mit dem Film Spur der Steine unter der Regie von Frank Beyer erregte er den Unmut der Zensur. Der Film wurde nach drei Tagen aus den Kinos entfernt und erst wieder 1989 in der DDR gezeigt. Trotzdem spielte er weitere Rollen, vor allem den starken Helden.

Manfred Krug war auch als Jazz-Sänger in der DDR bekannt. 1970 hatte ihn Walter Felsenstein an der Komischen Oper Berlin als Sporting Life in George Gershwins Oper Porgy and Bess besetzt. Ab 1971 veröffentlichte Krug zusammen mit dem Komponisten Günther Fischer mehrere Schallplatten, auf denen er anspruchsvolle, kunstvoll arrangierte Schlager sang. Die Texte schrieb er unter dem Pseudonym Clemens Kerber selbst. Außerdem erschien ein Album mit Jazz-Standards. Besonders populär war der Titel Es steht ein Haus in New Orleans. Noch heute sehr bekannt ist sein Auftritt im Programm Lyrik - Jazz - Prosa, von dem es auch eine LP und CD gibt. Die beiden von ihm rezitierten Stücke Die Kuh im Propeller und Der Flaschenzug können aufgrund seiner kultverdächtigen Interpretation noch heute viele ehemalige Bürger der DDR auswendig. Krug trat auch in zahlreichen Fernsehsendungen auf und arbeitete als Synchronsprecher, beispielsweise im Film Eolomea.

1976 erhielt Krug ein Teilberufsverbot, weil er sich einem Protest gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann anschloss. Während einer Schmähkampagne (der Regierung) gegen Krug schlug dieser schließlich einen Stasi-Spitzel nieder, nachdem dieser ihn öffentlich beschimpft und unterstellt hatte, Millionen D-Mark Westgeld beiseite geschafft zu haben.


Bundesrepublik Deutschland


Am 19. April 1977 stellte Krug nach sechsmonatiger Arbeitslosigkeit einen Ausreiseantrag und verließ nach dessen Genehmigung Ost-Berlin. Er wohnte danach im Westteil der Stadt in Berlin-Schöneberg. Krug wurde bis zur Ausreise im privaten Umfeld von der Stasi beschattet.

Die Dokumentation der damaligen Geschehnisse veröffentlichte Krug 20 Jahre später in seinem Buch Abgehauen. Er zeichnet eine schonungslose Darstellung des DDR-Alltags für nicht ganz linientreue Bürger der DDR.

In der damaligen Bundesrepublik fand er, ersten Befürchtungen ob seines Alters zum Trotz, gleich wieder Rollen (u. a. in der Kindersendung Sesamstraße) und begann eine zweite Karriere. Als einer der beliebtesten deutschen Schauspieler verkörperte er parallel über lange Zeiträume hinweg verschiedene Charaktere in unterschiedlichen Fernseh-Serien.

Eine enorme Popularität erlangte er in der Rolle des Rechtsanwalts Robert Liebling in der Fernsehserie Liebling Kreuzberg, dessen Drehbuch ihm von seinem Freund Jurek Becker auf den Leib geschrieben war, sowie als Kommissar Paul Stoever an der Seite von Charles Brauer als Peter Brockmöller im Tatort des NDR. Diesen verkörperte er von 1984 bis 2001 einundvierzig Mal, womit Krug zwischenzeitlich der „dienstälteste“ Tatortkommissar wurde. Daneben war er von 1977 bis 1995 in der Rolle des Truckers Franz Meersdonk in der Serie Auf Achse zu sehen.


Familie
Manfred Krug ist seit 1963 mit Ottilie Krug verheiratet. Sie haben drei Kinder, darunter Fanny Krug.


Werbung
Krug nahm auch Aufträge in der Werbung an, unter anderem in einer Kampagne der Deutschen Telekom, die den Börsengang der „T-Aktien” im Jahr 1996 vorbereitete. Nach einer Interviewbemerkung, in der er sich für die Verluste entschuldigte, welche die Telekom-Aktionäre erlitten hatten, trennte sich die Telekom von Krug. Über 10 Jahre später bezeichnete er die Werbespots als seinen „größten beruflichen Fehler”. Krug erklärte gegenüber dem Magazin Stern im Januar 2007:

„Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind.“

In der Kampagne einer Rechtsschutzversicherung erschien er als Rechtsanwalt, womit auf seine Rolle als „Anwalt Liebling“ angespielt wurde („Advocard ist Anwalts Liebling!“).


Sonstige Aktivitäten
Im „Westen“ zunächst wenig bekannt war der Sänger Manfred Krug. 1979 erschien dort seine LP Da bist du ja. Erst in späteren Tatort-Folgen wurde es zum Ritual, dass Stoever und Brockmöller eine Gesangseinlage darboten. Es erschienen nunmehr auch einige CDs als Wiederveröffentlichungen von LPs, die er in der DDR zusammen mit Günther Fischer aufgenommen hatte, und neue, auf denen er gemeinsam mit seiner Tochter Fanny Krug singt.

Als Sprecher liest Krug zudem einige selbst verfasste Texte, die nur auf CD, nicht aber als Buch verlegt worden sind.

Manfred Krug behauptet von sich als Schauspieler, er könne im Grunde immer nur sich selbst spielen. Und so sind sich seine Figuren tatsächlich sehr ähnlich: direkte und ehrliche Charaktere mit einem Hang zur Gerechtigkeit, selten aufbrausend, bärbeißig, scharfsinnig, mit subtilem Witz und einiger Bauernschläue.

Manfred Krug hat auch in einigen Hörspielen des Rundfunks mitgewirkt sowie als Synchronsprecher gearbeitet.

Seine Biografien Abgehauen (1997) und Mein schönes Leben (2005) wurden zu Bestsellern.


Filmografie
(Auswahl)
1957: Ein Mädchen von 16 1/2
1959: Ware für Katalonien
1959: Der Freischütz
1959: Reportage 57
1959: Bevor der Blitz einschlägt
1960: Was wäre, wenn...?
1960: Leute mit Flügeln
1960: Fünf Patronenhülsen
1961: Professor Mamlock
1961: Guten Tag, lieber Tag
1961: Urfaust
1961: Bei Anruf Mord
1961: Drei Kapitel Glück
1961: Auf der Sonnenseite
1962: Revue um Mitternacht
1962: Minna von Barnhelm
1962: Königskinder
1962: Der Kinnhaken
1963: Nebel
1963: Boxer
1963: Beschreibung eines Sommers
1964: Mir nach, Canaillen
1965: König Drosselbart
1965: Die antike Münze
1966: Spur der Steine
1967: Frau Venus und ihr Teufel
1967: Die Fahne von Kriwoj Rog
1968: Hauptmann Florian von der Mühle
1968: Abschied
1968: Wege übers Land
1969: Weite Straßen, Stille Liebe
1969: Käuzchenkuhle
1969: Mit mir nicht, Madame!
1970: Netzwerk
1970: Meine Stunde Null
1970: Junge Frau von 1914
1971: Husaren in Berlin
1971: Die Verschworenen
1972: Die gestohlene Schlacht
1973: Wie füttert man einen Esel
1974: Kit & Co
1976: Daniel Druskat
1977: Das Versteck
1977: Feuer unter Deck
1978: Paul kehrt zurück
1979: Die Faust in der Tasche
1979: Die Phantasten
1980: Ein Mann fürs Leben
1981: Flächenbrand
1983: Konsul Möllers Erben
1984: Joseph Süß Oppenheimer
1990: Rosamunde
1990: Neuner
1994: Der Blaue



Fernsehserien
1973: Stülpner-Legende
1982: Die Fischer von Moorhövd
Auf Achse
Liebling Kreuzberg
Tatort
Wir sind auch nur ein Volk
Sesamstraße
Detektivbüro Roth

Diskografie
1962: Auf der Sonnenseite
1964: Jazz und Lyrik
1965: Manfred Krug und die Modern Jazz Big Band
1966: Lyrik - Jazz - Prosa (zusammen mit Eberhard Esche, Gerd E. Schäfer, Annekathrin Bürger und anderen, in verschiedenen Ausgaben und unter verschiedenen Namensvarianten als Schallplatte und CD)
1969: Onkel Toms Hütte (Hörbuch, Krug singt zwei Spirituals)
1970: Fredmanns Episteln an diese und jene aber hauptsächlich an Ulla Winblad (Nach Carl Michael Bellman)
1971: Das war nur ein Moment
1973: Ein Hauch von Frühling
1974: Greens
1976: Du bist heute wie neu
1977: Abgehauen
1979: Da bist Du ja
1997: Anthologie
2000: Tatort – die Songs (Zusammen mit Charles Brauer)
2000: Evergreens - Das Beste von Manfred Krug - 1962-1977
2000: Deutsche Schlager
2000: Schlafstörung
2001: Manfred Krug Live mit Fanny (Zusammen mit Fanny Krug)
2002: Leben bis Männer (Hörbuch; von Thomas Brussig)
2002: Der Weihnachtskrug
2003: Sweet Nothings (Zusammen mit Decebal Badila, Fanny Krug)
2005: Geschichten Vom Herrn K. (Hörbuch; von Bertolt Brecht)
2005: Lust des Beginnens (Hörbuch; von Bertolt Brecht)
2005: Neuigkeiten an Manfred Krug und Otti (Hörbuch; von Jurek Becker)

Auszeichnungen
1962: Heinrich-Greif-Preis I. Klasse für Auf der Sonnenseite im Kollektiv
1963: Erich-Weinert-Medaille für Beschreibung eines Sommers mit Christel Bodenstein
1965: Erich-Weinert-Medaille für Die Abenteuer des Werner Holt im Kollektiv
1968: Nationalpreis der DDR I. Klasse für Wege übers Land im Kollektiv
1971: Nationalpreis der DDR II. Klasse
1972: Ehrende Anerkennung beim Filmfestival der Werktätigen der CSSR für Die gestohlene Schlacht
1973: Verdienstmedaille der DDR
1979: Goldene Europa der Europawelle Saar
1984: Goldener Bambi
1986: Goldener Gong für Liebling Kreuzberg
1989: Goldene Kamera
1990: Bayerischer Fernsehpreis für die Fernsehserie Liebling Kreuzberg (SFB/NDR/WDR), zusammen mit Jurek Becker und Werner Masten
2001: Goldene Kamera (Leserwahl zum beliebtesten Tatort-Kommissar), zusammen mit Charles Brauer, Götz George und Eberhard Feik
2006: Platin-Romy für das Lebenswerk

Literatur
Abgehauen (1997) ISBN 3548750419
Mein schönes Leben (2003) ISBN 3430157331

Quelle: Wikipedia



Am wertvollsten sind die Menschen, die es schaffen anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern!

zuletzt bearbeitet 27.10.2016 14:50 | nach oben springen
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#2

"Franz Meersdonk" - Manfred Krug

in Schauspieler aus den Folgen 1 - 73 27.10.2016 14:57
von aufachse | 10.538 Beiträge

Krug.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Die letzte Tour Auf Achse! Ruhe in Frieden!
Möge unser Serienheld uns immer gut in Erinnerung bleiben.

Unser Beileid der Familie und den Angehörigen.


Ich fahr die große Tour nicht mehr!


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